Von Ostern und der Industriewitwe

Ihr Lieben,

mein letzter Post ist jetzt bereits eine Woche her und dass nicht etwa, weil ich keine Lust hatte oder mir nichts zu schreiben eingefallen wäre – nein! Ganz im Gegenteil, ich hatte die ganze Woche sogar ein gesteigertes Mitteillungsbedürfnis Erwachsenen gegenüber. Ich bin seit Sonntag morgen mal wieder alleinerziehend, da mein Mann auf Dienstreise in USA ist. „Industriewitwe“ hat mich meine Nachbarin genannt, habe ich so auch noch nicht gehört 😉

Ich weiß nicht, wie das permanent alleinerziehende machen, aber ich ziehe den Hut vor ihnen. (Wie das in echt so ist, lest ihr übrigens in dem tollen Blog Mutterseelensonnig – ich bewundere die Autorin sehr, wie sie das alles so schafft) Obwohl ich alles dafür tue, gut für uns zu sorgen habe ich den Eindruck, dass wir leicht verwahrlosen und ich bin echt froh, wenn mein Bester wieder da ist und mich ein wenig entlastet. Ich gebe mir wirklich Mühe, Priorität sind natürlich die glücklichen Kinder, die auch bei Selbstmordwetter bespaßt werden wollen und der Hund, der regelmäßig raus muss. Der Haushalt macht mich einfach wahnsinnig: Obwohl ich jeden Tag mindestens eine Maschine Wäsche erledige, sauge, gefühlte 50 Mal die Küche aufräume, Spülmaschine ein- und ausräume und jeden Abend locker eine Stunde für Aufräumen ohne kindliche Hilfe opfer, sieht es hier aus wie Hulle. Ich komme einfach nicht hinterher, das große Haus sauber und ordentlich zu halten,  geschweige denn gesund zu kochen – was die Kinder zwischen Fertigsuppe und Pizzaservice im übrigen super finden, die Gemüseschublade im Kühlschrank hingegen gammelt vor sich hin.

Am Ostersonntag morgens früh, gleich nach dem hektischen Eiersuchen im strömenden Regen, ist Tobias an den Flughafen gefahren und wir haben die Feiertage ohne ihn verbracht. Bei uns hat der Osterhase übrigens nur Kleinigkeiten gebracht, neben Eiern und ein paar Süßigkeiten gab es eine Hörspiel-CD für Helen und ein Bilderbuch für Tristan. Ich kenne jedoch zahlreiche Familien, wo Ostern mittlerweile zum zweiten Weihnachten mutiert ist und Fahrräder verschenkt werden. Meinen Kindern ist es nicht aufgefallen, wie ungerecht der Osterhase ist, dem Sohn einer guten Freundin jedoch sehr. „Hat der Osterhase mich nicht so lieb, wie die anderen Kinder?“ hat er gefragt, den neuen Roller des Nachbarsjungen bestaunend. Seine Mama hat ihm erklärt, dass der Osterhase nur Süßigkeiten bringt und der Rest von den Eltern beigelegt wird. Ich finde, dass ist eine gute Antwort! Der ganze Konsum erdrückt mich momentan sowieso und ich habe mir fest vorgenommen, dass wir uns etwas einschränken.

Ein paar neue Klamöttchen zu Ostern mussten aber sein. Ich habe mir den Schnitt Sunny and Sam von FeeFee gegönnt und Helen eine Tunika aus den herrlichen Biojerseys vom Stoffonkel genäht. Und erkennt ihr die klitzekleinen Einhörner im Zauberwald? Das ist der Grund, warum Helen zu überzeugen war, etwas anderes als rosa und lila zu tragen. Der tolle Stoff „Zauberwald“ nach dem Design von Katrina Lange ist sogar gerade im Sale!

Ich mag die Rafinesse des Schnittes und den 2 in 1 Look sehr.

 

Die Feiertage gingen also relativ unspektakulär vorüber, Opa war mal da, wir waren bei Freunden frühstücken, eine gute Freundin mit ihren Kindern ist zum spontanen Besuch vorbeigekommen.

Der weltbeste Opa:
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Die Woche war anspruchsvoll, wie schon eben beschrieben ein Wechselspiel zwischen Kindern, Büro und Haushalt. Helen sollte zwischendurch mal bei den Großeltern schlafen, hatte aber Heimweh, Tristan hat seinen Bewegungsdrang größtenteils dank des schlechten Wetters im Haus ausgelebt. Von kleineren Eskapaden mal abgesehen, wie z.B. dass Tristan sich verschluckt und im hohen Bogen gegen die Coach und auf den Teppich gebrochen hat und ich es erst ordentlich wegputzen konnte, nachdem ich ihn den kleine Patscher gebadet und ins Bett gebracht hatte und das Interesse unseres Hundes auf etwas anderes gelenkt hatte. Und hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass die Kita die ganze Woche zu war? Nein? War aber so.

Wir trotzen dem schlechten Wetter:

 

Die Nähmaschine habe ich diese Woche genauso vernachlässigt wie meinen Blog und nur noch ein ganz wichtiges Teil vollendet. Ich durfte nämlich für das tolle Label „Lotte und Ludwig“ probenähen – und zwar eine Frühlingsbluse für mich! In den nächsten Tagen gibt es also die volle Dröhnung an Modelversuchen meinerseits :)Hier schonmal eine kleine Vorschau:

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Heute war dann endlich der Frühling da und wir waren den ganzen Tag draußen. Wie gut das tut! Wenn ich den Haushalt nicht sehe, stört er mich auch nicht. Die Sonne streichelt die Seele. Tristan hat alle meine Krokusse geerntet und Helen den Barbies ein Hexenhaus unter dem Rhododendron gebaut.

Zur Krönung des Tages habe ich mir eben ein Glas Rotwein genehmigt und die Sauna angemacht. Abgesehen davon, dass der erste Gang erst um viertel nach neun war, Tristan mich zwischendurch heulend unterbrochen hat und Helen, die immer noch nicht schläft, zehn Mal die Tür auf und zugemacht hat um mir etwas zu sagen, läuft es 🙂

Und morgen Abend kommt mein Mann wieder. Endlich!

Ich danke meinem Kaffeevollautomaten für die gute Zusammenareit in dieser Woche und sage

Alles Liebe, eure Elli

 

 

 

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2 Kommentare zu „Von Ostern und der Industriewitwe Hinterlasse einen Kommentar

  1. Puuuh, eine Woche Strohwitwe… Mit zwei Kindern und Haus und Hund… Du hast meinen absoluten Respekt! Ich bin schon nach zwei Tagen, mit nur einem Kind und kleiner Wohnung vollends bedient 🙈 Konsumterror zu Ostern (bzw auch allgemein) bin ich absolut bei dir. Wir haben gemeinsam Eier gefärbt, es gab zwei Schokiosterhasen, einen genähten Pulli und ein kleines Nachtlicht in Hasenform. Damit lag leni im materiellen Vergleich mit vielen bekannten weit abgeschlagen (Fahrrad, kinderküche, …), aber das möchte ich nicht mitmachen. Bei uns gabs früher auch nicht mehr und ich weiß heute noch, wie sehr ich mich gerade über die kleinen Sachen wie eine kleine Playmobilfigur gefreut habe. Ich würde mir so für leni wünschen, dass sie die Dinge mal genauso wertschätzen kann.

    Und ich bin verliebt in die tolle Tunika! Stoff und schnitt passen ja perfekt…❤️ Hihi und dein Fräulein kenn ich ja schön und weiß was da wundervolles kommt 🙂

    Ich hoffe, mit dem Besten wieder zu Hause wirds jetzt ruhiger und entspannter! Machts euch gemütlich, Sauna klingt schon mal richtig gut (neiiiiiid!!:))

    Drück dich!
    Martina

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    1. Er ist wieder da!!!! Im Rückblick ist ja immer alles easy, aber dauerhaft geht das nicht alleine, zumindest würde ich dann wohl meine geliebten Hobbys an den Nagel hängen müssen. Er hat dann auch gleich die Kinder ins Bett gebracht – was für ein Luxus! Ich war übrigens mit einem Kind und Wohnung alleine genauso gestresst, man wächst mit seinen Aufgaben.
      Ich finde den Konsumterror ja auch so schlimm und befürchte es wird mir nicht gelingen, die Kinder zur Bescheidenheit zu erziehen. Aber solange ich noch Einfluss habe gibt es die großen Geschenke zu Weihnachten und Geburtstag und bei uns war die Freude zu Ostern auch so groß.
      Die Sauna wollte ich wirklich nicht mehr missen, süßes Nichtstun.
      Drück dich zurück, glg
      Elli

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